|
| | Autor | Nachricht |
|---|
JuniWonderland Kagiri nai


Anzahl der Beiträge: 1775 Bewertungssystem: 65 Anmeldedatum: 12.10.10 Alter: 21
 | Thema: Japanische Autoren Fr 07 Okt 2011, 11:56 | |
| Hier soll es mal nicht um Manga gehen, dafür haben wir ja eine eigene kategorie ^^
Lest ihr Bücher von japanischen Autoren? wenn ja, von welchen? Welche Bücher sind zu empfehlen? In welcher Sprache lest ihr sie?
|
|  | | ~Selia~ Tatsujin


Anzahl der Beiträge: 382 Bewertungssystem: 27 Anmeldedatum: 28.09.11 Ort: die Stadt der roten Ampeln >_<
 | Thema: Re: Japanische Autoren Fr 07 Okt 2011, 12:34 | |
| Zwei meiner Lieblinge:
Haruki Murakami. Meine Lieblingsbücher von ihm sind "Afterdark", "Gefährliche Geliebte", "Naokos Lächeln", und noch einige mehr. Ich mag seinen Schreibstil sehr. Irgendwie "ruhig" aber trotzdem aufregend. Irgendwie kühl und abgeklärt, aber dennoch berührend. Ganz schwer zu beschreiben. Einfach wunderbar zu lesen ^^
Hitomi Kanehara. Von ihr kenne ich allerdings nur "Tokyo Love" (im Original: 蛇にピアス [Hebi ni piasu]). Ihr zweites in deutscher Sprache veröffentlichtes Buch "Obsession" (オートフィクション [Ōtofikushon]) habe ich leider noch nicht gelesen. Ihr Schreibstil dürfte für den Ein oder anderen gewöhnungsbedürftig sein. Aber toll! Sehr aufbrausend, jugendlich, gefährlich direkt, obszön, sexy.. Sie schreibt nicht gerne um den heißen Brei herum, sondern kommt direkt zur Sache. Das gefällt mir sehr! Einfach fesselnd ^^
Und ich lese sie auf deutsch, da ich der japanischen Sprache leider nicht mächtig bin. |
|  | | JuniWonderland Kagiri nai


Anzahl der Beiträge: 1775 Bewertungssystem: 65 Anmeldedatum: 12.10.10 Alter: 21
 | Thema: Re: Japanische Autoren Fr 07 Okt 2011, 12:56 | |
| | ~Selia~ schrieb: | "Afterdark", "Naokos Lächeln"
|
Die habe ich auch gelesen ^^ Afterdark habe ich in englisch von einem freund ausgeliehen bekommen und fand es ganz ok, Naokos Lächeln habe ich auf deutsch gelesen bzw nie zuende gelesen, weil es einfach nicht mein fall war >.> Sehr zu empfelen von Haruki Murakami finde ich "Hard boiled Wonderland und Das Ende der Welt" und "Untergrundkrieg - Der Anschlag von Tokyo", wobei letzteres eine zusammenstellung von Interviews zu einer wahren begebenheit sind und es ist wohl das einzige buch, bei dem ich echt weinen musste beim lesen ;_;
Auch sehr gut finde ich "Battle Royal" von Koushun Takami ^^ Habe es mir auf deutsch und englisch gekauft und beide bestimmt mehr als 10 mal gelesen xDD |
|  | | Mitsue Hanyai


Anzahl der Beiträge: 85 Bewertungssystem: 3 Anmeldedatum: 27.03.11 Alter: 23 Ort: Hölle/Saale
 | Thema: Re: Japanische Autoren Fr 07 Okt 2011, 18:44 | |
| Ui, endlich wieder ein Thema für mich! Ich lese schon durch mein Studium einige Bücher japanischer Autoren und hatte u.a. im Sommer 2009 ein Blockseminar zum Thema "japanische Gegenwartsliteratur" - wobei man aber sagen muss, dass "Gegenwartsliteratur" ab 1868 zu verstehen ist, da ab da erst der Literaturbegriff in seiner jetzigen Form nach Japan eingeschleppt wurde. Gute Bücher über japanische Literatur sind im Übrigen von Irmela Hijiya-Kirschnereit: "Japanische Literatur lesen. Ein Handbuch" und "Ausgekochtes Wunderland - japanische Literatur lesen". Letzteres besitze ich und besteht aus einer geschichtlichen Einführung, Essays mit Übersetzungs- und Sozialkritik und kurzen Buchrezensionen. Ich persönlich habe schon diverse Sachen gelesen, mag jedoch diese Werke am liebsten: - Haruki Murakami: Hardboiled Wonderland und das Ende der Welt.
Soweit ich weiß, ist es Murakamis Erstlingswerk und - leider - auch sein bestes. Was danach kam, ist nicht mehr so athmosphärisch dicht wie dieses Buch, wobei "Afterdark" noch ganz in Ordnung ist. Die Kurzgeschichtensammlung "Nach dem Beben" hat jedoch auch noch Stil; "Untergrundkrieg" kann ich aber leider nicht als Lektüre empfehlen.
- Masuji Ibuse: Schwarzer Regen.
Das Buch handelt über ein Mädchen, das als "unvermittelbar" gilt, weil es zur Zeit des Atombombenabwurfs in (der Nähe von) Hiroshima gewesen sein soll und daher womöglich die Strahlenkrankheit habe. Um ihre Chancen auf eine Ehe zu erhöhen, entscheidet sich ein Verwandter von ihr, sein "Tagebuch der Bombe" zu verfassen, in dem er haargenau verfasst, was er wann wo und mit wem nach dem Atombombenabwurf erlebt hat. Wer harte Schilderungen nicht gewohnt ist und eine zu lebhafte Fantasie besitzt, sollte sich überlegen, ob er das Buch wirklich lesen möchte - für alle anderen ist es absolut empfehlenswert.
- Ryûnosuke Akutagawa: Rashomon.
Einer der bekanntesten Autoren Japans, nachdem auch der bedeutenste Literaturpreis Japans benannt ist. In dem Buch sind einige seiner Kurzgeschichten gesammelt, die mal fantastisch, mal sehr realistisch zum Nachdenken über die Gesellschaft anregen.
- Natsuo Kirino: Die Umarmung des Todes / OUT.
Was macht man, wenn man "aus Versehen" den nichtsnützigen Ehemann um die Ecke gebracht hat? Genau! Man sucht sich ein paar ebenso gefrustete Hausfrauen aus der Lunch-Fabrik, um mit ihnen zusammen, ob man sie hasst oder nicht, die sterblichen Überreste zu beseitigen - mal makaber und grotesk, mal witzig und herzzerreißend erzählt dieser schicke Thriller von vier Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und übt hin und wieder auch mächtige Kritik an der japanischen Gegenwartsgesellschaft.
Die Bücher sind alle auf Deutsch. Wer sich aber mal einige Kurzgeschichten im Doppeldruck Japanisch-Deutsch ansehen möchte, dem kann ich das Buch "Japanischer Alltag" von Jirô Akagawa empfehlen. Mein Japanischlehrer war ganz erstaunt, dass man den hier in Deutschland kennt |
|  | | JuniWonderland Kagiri nai


Anzahl der Beiträge: 1775 Bewertungssystem: 65 Anmeldedatum: 12.10.10 Alter: 21
 | Thema: Re: Japanische Autoren Fr 07 Okt 2011, 20:57 | |
| | Mitsue schrieb: | "Untergrundkrieg" kann ich aber leider nicht als Lektüre empfehlen.
|
wieso nicht oo? Ich hab ja oben schon erwähnt, das ich es ganz toll finde ^^ |
|  | | Mitsue Hanyai


Anzahl der Beiträge: 85 Bewertungssystem: 3 Anmeldedatum: 27.03.11 Alter: 23 Ort: Hölle/Saale
 | Thema: Re: Japanische Autoren Fr 07 Okt 2011, 23:32 | |
| | JuniWonderland schrieb: | | Mitsue schrieb: | "Untergrundkrieg" kann ich aber leider nicht als Lektüre empfehlen.
|
wieso nicht oo? Ich hab ja oben schon erwähnt, das ich es ganz toll finde ^^ |
Na ja, ich kann es aus wissenschaftlicher Sicht leider nicht empfehlen. Ich habe genau über dieses Thema - das Gewaltpotenzial der Aum-Sekte (bitte "Ohm" aussprechen ) - eine Hausarbeit geschrieben und mir das Buch eigentlich zu Recherchezwecken besorgt. Leider stellte ich erst nach dem Kauf fest, dass das, was Murakami als "Dokumentation" ausgibt, nicht zu gebrauchen ist.
Einige Gründe sind:
- Pseudonyme. Murakami kennzeichnet nicht ausreichend, welche seiner Quellen gerade unter einem Pseudonym sprechen. Das mag im Sinne der Betroffenen sein, erschwert aber bereits eine wissenschaftliche Verwertung, da die Glaubwürdigkeit fraglich ist.
- Massive Kürzungen. Im Vorwort gibt Murakami zu, dass die Interviews massiv gekürzt, redigiert und mehrfach abgeändert wurden, so dass nicht glaubhaft ist, dass alles so, wie es dasteht, auch gesagt wurde. Die zusätzliche Übersetzung ins Deutsche ist dann auch so eine Sache.
- Gedächtnisprotokolle. Murakami gibt im Vorwort zu, dass er eins der Interviews aus dem Gedächtnis heraus rekonstruieren musste, sagt aber nicht, welches. Dieses Interview ist dementsprechend sofort hinfällig.
- Vermischung von Interview und Erzählung. Murakami ist ein Autor, kein Journalist - und das ist auch das Problem des Buches: Er führt in die Charaktere, das Aussehen, das Leben der Personen ein, dann kommen ein paar Sätze, die scheinbar von den Personen selbst gesagt wurden, und dann schildert Murakami wieder selbst. Das mag für den Leser ganz interessant sein, zerstückelt aber das, was Murakami veröffentlichen wollte: Die Stimmen zum Sarin-Anschlag. Man kann sich im Endeffekt nie sicher sein, was wirklich gesagt wurde, wo Murakami mal was hinzudichtete, umdichtete oder gar komplett aus dem Zusammenhang riss, um "den" Satz des Interviews doch noch präsentieren zu können, auch wenn die dafür wichtigen Nebeninformationen komplett weggelassen wurden.
Wer mal "einfach so" einen "Einblick" in das Thema haben möchte, von einer möglichst menschlich anmutenden Seite, und der nicht vorhat, das Buch irgendwie weiterzuverwerten, der kann vielleicht seinen Spaß damit haben - aber für mehr ist es nun wirklich nicht zu gebrauchen. Dazu, und das ist noch so ein Problem, ist der Anhang mit den rechtlichen Schritten gegen die Tatbeteiligten völlig überholt - die Taschenbuchausgabe wurde 2004 gedruckt, der Anhang ist aber von Dezember 2001; es wurde sich also nicht einmal die Mühe gemacht, kurz die Urteile im Netz zu recherchieren. Während meiner Hausarbeit war das ein Arbeitsaufwand von einer Stunde, die man bei einer Neuauflage eigentlich haben sollte.
Wenn ich mir vorstelle, ich würde meinen früheren Arbeitgebern solche "Interviews" in dieser Form zur Veröffentlichung unter die Nase halten ... die würden mir das Manuskript um die Ohren hauen Wenn man selbst mal professionelle Interviews gemacht und veröffentlicht hat, weiß man erst, was für ein Unding sich Murakami hier geleistet hat. |
|  | | JuniWonderland Kagiri nai


Anzahl der Beiträge: 1775 Bewertungssystem: 65 Anmeldedatum: 12.10.10 Alter: 21
 | Thema: Re: Japanische Autoren Sa 08 Okt 2011, 09:20 | |
| | Mitsue schrieb: | | JuniWonderland schrieb: | | Mitsue schrieb: | "Untergrundkrieg" kann ich aber leider nicht als Lektüre empfehlen.
|
wieso nicht oo? Ich hab ja oben schon erwähnt, das ich es ganz toll finde ^^ |
Na ja, ich kann es aus wissenschaftlicher Sicht leider nicht empfehlen. |
kay, ich ging jetzt vom Lesen zur reinen unterhaltung aus ^^ Da ich Murakami immernoch als Schriftsteller und nicht als Reporter sehe, kann ich ihm da schon einiges verzeihn xD
Hat jemand von euch"Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki gelesen :3? |
|  | | |
Ähnliche Themen |  |
|
| | Forenbefugnisse: | Sie können in diesem Forum nicht antworten
| |
| |
| |